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Juni 15, 2009

Über die wirklichen Rassen dieser Welt

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Kapitel 1

Aus einem noch unveröffentlichten Buch!

Über die wirklichen Rassen dieser Welt.

Natürlich wird sich jeder gefragt haben, wieso das Buch den Titel hat, die schrecklich – schönen Abenteuer usw. Das hat etwas damit zu tun, dass wir über die Rassen eine völlig falsche Vorstellung haben. Normalerweise er- zählt man den Leuten immer, sie gehörten einer ganz bestimmten Rasse an. Zum Beispiel da gäbe es Neger, die also schwarz sind, und Indianer, die rot sein sollen, und Indios, die braun sein sollen, und die kleinen gelben Männer -die Chinesen- die gelb sein sollen und angeblich Schlitzaugen haben, und es gäbe die blauen Ameisen, Japaner genannt, wahrscheinlich weil jemand gefunden hat, dass ihr schwarzes Haar blau schimmert, vielleicht aber auch, weil sie gerade blaue Overalls anhatten, als man sie zuerst sah. Wer weiß!

Und natürlich gäbe es die weiße Rasse, die natürlich allen anderen überlegen sei, und eine, die offensichtlich die Weltherrschaft anstrebt, weil man ihr einmal gesagt haben soll: Macht Euch die Erde untertan. Aber dem stehen die kleinen gelben Männlein entgegen, die aus ganz anderen Gründen das Gleiche wollen. Aber das ist alles Quatsch, weil es immer nur deren extrem einseitige Exemplare sind, die all die anderen derart in Verruf bringen. Sie wollten die Weltherrschaft. Was ein Blödsinn; sie wollen in der Regel auch nur ihre Ruhe haben. Nein, die Sache mit den Rassen verhält sich ganz anders und ich bin fest davon überzeugt, dass es in Wirklichkeit so ist: Also alle, die man jetzt als Rassen bezeichnet, sind in Wahrheit garkeine, sondern sie zogen vor langer Zeit aus Afrika in alle Welt und wurden so im Laufe der Zeit einfach ein bißchen anders, weshalb sie heute alle verschieden aussehen.

Die sogenannten Weißen hatten die meisten Probleme, nämlich mit der Kälte, weshalb sie vor lauter Bibbern ihre ganze Farbe verloren haben und eben ganz farblos wurden; nichtssagend, langweilig, richtig unappetitlich. Also für einen Kannibalen jedenfalls. Und viel zu vergiftet. Ja, und weil sie sich bei der Kälte nie ausziehen wollten, was man aber zu den schönsten Dingen unbedingt tun sollte, wurden sie wohl so erfinderisch, sich Häuser zu bauen, Heizungen, und allerlei anderen Plunder, auf den sie sehr stolz waren, weshalb sie glaubten, daß sie was besseres
seien, als alle anderen, ja einige sich sogar für eine Herrenrasse hielten und wieder andere gar die Atombombe erfanden. Aber auch das kann nicht stimmen; die Eskimos haben doch auch trotz der Kälte immer Sex gemacht, aber nie eine Atombombe erfunden. Ihr seht, meine Freunde, die Sache ist garnicht so einfach. Also jedenfalls stimmt das eben auch alles garnicht.

In Wirklichkeit sind die Menschen in ganz andere Rassen unterteilt:

Die Kleinkinder, die Kinder (die größeren Kinder, und die Teenager), die sogenannten Erwachsenen, die Rentner und Pensionäre oder ganz einfach die Alten, und nebenbei gibt es noch ein paar Abarten dieser Rassen, wie die Schwulen, die Lesben und die Bisexuellen, die Täter, die Opfer und die Spielleiter des Spektakels, das sich in der Welt zuträgt. Aber in Wirklichkeit bilden sie keine eigenen Rassen, sondern sind nur Abarten der vier ursprünglich genannten.

Und das Ganze kommt so:

Also -sagen wir- unsere Geschichte hätte nur 2000 Jahre, was die Sache einfacher zu rechnen macht, und wir gingen davon aus, dass ein neugeborenes Baby alle Stadien der Menschheitsentwicklung von seiner Zeugung an zu durchlaufen hätte -und das tun sie ganz gewiss-dann sieht nämlich die Sache so aus, dass sie zuerst Einzeller sind. Dann gesellt sich also eine zweite Zelle dazu und sie beginnen gemeinsam, daraus einen Körper zu bauen. Dabei sind sie laufend am Schlafen. Irgendwann wird ihnen der Platz zu eng und sie treten in die Außenwelt. Und sie fangen an, Ansprüche zu stellen. Sie haben noch keine Sprache, also schreien sie. Das nervt so schön, also bekommen sie, was sie wollen. Irgendwann lernen sie laufen und Gegenstände benutzen. Dann haben sie das Stadium des Steinzeitmenschen erreicht; man haut sich was über die Rübe, wenn man was will oder der andere einem nicht passt. Dann werden sie sechs und fragen, ob die Mutter vielleicht der liebe Gott ist, und werden religiös. Mit acht spielen sie mit Schwertern und bauen Sandburgen, mit zehn verlangen sie von ihren Kameraden, daß auch sie glauben sollen, die Mutter sei der liebe Gott und beginnen, wütend zu werden, wenn die anderen das nicht glauben wollen. Mit zwölf wollen sie die anderen schon am liebsten erschlagen, wenn die das nicht glauben und mit vierzehn spielen sie mit Pistolen und Flitzbogen und am liebsten Weiße, die Indianer ausrotten, oder, etwas später Räuber und Gendarm und Gespenster, weil man ihnen inzwischen erzählt hat, daß es solche tatsächlich gibt. Mit sechzehn spielen sie Erroll Flynn als Herr der sieben Meere, also Piraten, oder sie spielen Monopoly, also die bösen Spekulanten, spätestens mit achtzehn haben sie ihre Unterleiber daraufhin überprüft, ob sie auch wirklich zu dem geeignet sind, durch das sie selbst geschaffen wurden, denn jetzt glauben sie nicht mehr, daß ihre Mutter der liebe Gott ist, sondern dass sie selber es sind, was sie sich auch sogleich zu beweisen trachten, indem sie irgendein Mädchen zu schwängern versuchen. Mit zwanzig haben sie den Anschluss ans 20.Jahrhundert gewonnen und halten sich für Erwachsene. Kaum, dass sie alle diese spannenden Zeitalter also kurz nachgespielt haben -also das Steinzeitdasein, über das Mittelalter bis über die Aufklärung (bei der sie nur ganz kurz und oberflächlich verweilen, weil Denken anstrengend ist) bis in die Moderne- verfallen sie in eine Lethargie und werden die langweiligste Rasse, die Erwachsenen.

Sie wollen nur noch Geld, Essen, Genüsse, müssen aber dafür arbeiten, was ihnen garnicht gefällt, weshalb sie immer versuchen, es andere für sich tun zu lassen, werden Soldaten, bringen Menschen um oder werden selber um- gebracht, wenn sie nicht aufpassen und diese Rasse ist wie die Fische im Meer, eine gar schreckliche Rasse, denn die großen Fische schlucken die kleineren und noch größere schlucken dann die Großen, mit den Kleinen im Bauch und so weiter. Über die letzte Kategorie will ich mich garnicht auslassen, weil die zwar vielleicht inzwischen weiß, wie’s gemacht wird, es aber nicht mehr kann und eigentlich genauso nutzlos ist, wie die erste Kategorie, die es noch nicht kann. Nach dieser Einteilung der Menschen in Rassen entsprechen zum Beispiel die Balkanleute den Zweijährigen und die religiösen Fanatiker und Fundamentalisten den Zwölfjährigen, die heute noch Mittelalter spielen und so fort. Bloß daß sie eigentlich schon über dieses Stadium hinaus sein sollten. Also so sieht es mit den Rassen wirklich aus und da eine Rasse die andere niemals verstehen kann, weil sie immer sofort vergisst, was sie selbst gestern noch für einer Rasse angehört hat, deshalb leben sie auch in verschiedenen Welten, auch wenn sie die gleiche Erde dazu benutzen und das auch noch zur gleichen Zeit.

Also, da das ohnehin kein Mensch verstehen wird, will ich nur noch sagen, dass ich meine Geschichte aus der Sicht eines Kindes, also einer anderen Species erzählen werde, weshalb es sicher viele nicht verstehen werden, die sich längst zur langweiligsten Species, den Erwachsenen zählen mögen. Übrigens die Kunst, dabei kein Rassist und auch kein langweiliger Mensch zu werden, liegt darin, von klein auf weise zu sein, trotzdem Kind zu sein und es das ganze Leben zu bleiben, ohne allerdings darauf zu verzichten, die Gemeinheiten der Erwachsenen so genau zu studieren, dass man von ihnen nicht in die Gosse getreten wird. Meine Geschichte wird daher sicher so manchen etwas schockieren. Und nebenbei möchte ich allen empfehlen, sich einmal den Film ‚Der Herr der Fliegen‘ anzusehen. Eine Meute Schulkinder überlebt einen Flugzeugabsturz und es gibt keine Erwachsenen. Die Kinder spielen Geschichte. Sie etablieren Macht und erschlagen einander irgendwann. Nur einer ist übrig, der ihnen sagen will, dass sie Unrecht tun, keine Menschen mehr sind und so wollen sie auch ihn erschlagen. Sie haben ihn schon fast am Wickel und wollen ihn gerade erschlagen, als eine Armeepatroullie in letzter Sekunde den Jungen rettet, und die anderen, inzwischen Wilden, einsammelt. Und oft denke ich, wann kommt sie und holt mich in letzter Sekunde von hier ab.

Also wie wir sehen, sind Kinder auch schreckliche Leute, wenn man ihnen nicht beibringt—- ja was eigentlich ?

The Ace

Frankfurt am Main

1999

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