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April 28, 2014

Rezension Film Der Medicus 155 Minuten

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Zunächst einmal ganz oberflächlich zum Film an sich: Dieser Film ist großartig gemacht, weil er die zu jener Zeit üblichen Bräuche und religiösen Idiotien klar darstellt und wie man damals mit Kindern umging, nämlich eben wie mit Haustieren, bzw. Nutztieren, was ich übrigens gar im 20.Jahrhundert noch selbst erlebt habe; nicht ganz so krass, aber dafür noch viel brutaler.

Der oberste „Medizin-Guru“ in Isfahan, hervorragend dargestellt von dem grandiosen Ben Kingsley, der auch schon Ghandi so toll dargestellt hatte. Aber das war auch schon alles Oberflächliche.

Bei der Story hingegen wurde nicht nur gepfuscht und gefleddert, es wurde auch dazu gedichtet und falsch erzählt und dabei eine sehr einseitige Sicht auf die Religionen genommen, bei der die Christen und Moslems zu Recht am übelsten abschnitten und die Juden hingegen geradezu als liebe Menschenfreunde und Opfer stilisiert wurden. Aber das ist nicht Alles. Im Buch geschieht u.a. folgendes: Der Medicus seziert heimlich Leichen, was bei Todesstrafe verboten war, um sich ein Bild über Ursachen von z.B. einem vereiterten Blinddarm zu machen und stellt fest, dass der Mensch innen fast genauso aussieht, wie ein Schwein. Im Film wird er erwischt und zum Tode verurteilt und nur wegen dem Angriff fremder Mächte und weil sein Herrscher einen Blinddarm hat und er ihn retten soll, verschont. Im Buch hingegen führt der Herrscher, bei dem der junge Medicus die Universität besucht, einen Krieg und belagert eine Festung, wobei der Medicus gezwungen war, mitzumachen, um quasi die Soldaten als eine Art „Sani“ zu betreuen. Als er die Festung aber nicht stürmen kann, als bei seinen Leuten die Pest ausbricht und seine Armee durch die Pest dezimiert wurde und er deshalb die Belagerung abbrechen muss ließ, er per Katapult noch schnell seine Pest-Toten in die Festung werfen, damit sie wenigstens davon ruiniert würden. Im Film nun belagert ein Feind seine Festung und als er diese nicht stürmen kann und verärgert abziehen muss, lässt er einen fast schon toten Pestkranken in die Festung als Emissär gehen, der dort umkippt und die Pest sich nun in der Festung verbreitet. Nicht genug mit dieser Verdrehung der Tatsachen aus dem Buch, nun stellt irgendwann der junge Medicus fest, dass es die Rattenflöhe sind, die selbige verbreiten und dass man die Leichen verbrennen muss und die Ratten gleich dazu, wozu man diese an eine Stelle lockt, wo man sie ins Feuer werfen und verbrennen kann. Schlimmer kann Geschichtsklitterung garnicht sein. Denn das mit den Rattenflöhen wurde erst viel später irgendwo in Afrika erkannt, wo man um das betroffene Dorf einen Wassergraben zog und dann das Dorf anzündete, so dass die Ratten entweder verbrannten oder im Wassergraben ertranken. Was man in einer Festung natürlich schlecht machen konnte. Als der Medicus später wieder in London ankam machte er laut Buch eine Arzt Praxis auf und da er sehr erfolgreich war und die dort ansässigen Ärzte um ihre Einnahmen bangten, petzte ein Neider den Ärzten, dass der Medicus ein Jude sei und so in London nicht praktizieren dürfte, obwohl er sich nur als Jude verkleidet und sich gar selbst beschnitten hatte, um dort überhaupt studieren zu können, weil man laut Buch ein Abkommen mit dem Papst getroffen hatte, dass Christen dort nicht studieren dürften, sonst drohe Krieg. Soviel Verdrehung gab es nicht mal beim Film Herr der Ringe, wo aus fünf Ringen die zur Weltherrschaft nötig waren, plötzlich 11 oder 12 geworden waren, wohl um von den fünf Säulen der Macht abzulenken, die in meinen Büchern genannt werden. Denn Herr der Ringe stellt im Grunde uns dar, was auch niemand erkannt haben will. Insofern taugt also der Film Der Medicus bestenfalls zu gut gemachter Unterhaltung, hat aber mit dem Buch selbst fast nichts gemeinsam. Also ist er eigentlich wertlos.

The Ace

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